Suche Downloads
  • Philosophie
  • Struktur
  • Anforderungsprofil
  • Trainingsmethodik
  • Langfristiger Leistungsaufbau
  • Wissens-Hub

Anforderungsprofil & Leistungsvoraussetzungen

Anhand des Anforderungsprofils des 2000 m-Ruderwettkampfes lassen sich notwendige konditionelle, koordinative und mentale Leistungsvoraussetzungen ableiten. Hiervon leiten sich wiederum die in den einzelnen Ausbildungsetappen des langfristigen Leistungsaufbaus zu verfolgenden Ziele und Inhalte im Kontext von Training, Umfeld sowie Lebensweise ab.

Das Sportartenprofil gibt basierend auf einer Expert:innenbefragung einen weiterführenden detaillierten Überblick über allgemeine Merkmale und Leistungsvoraussetzungen im Nachwuchs- vs. Elite-Bereich.

Wettkampf – What it takes to Win

Ausgehend von internationalen Rennformaten mit 2-4 Rennen in 2-4 Tagen über eine Podiums-Belastungszeit von 5:22-6:45 min im männlichen und 5:56-7:26 min im weiblichen Bereich, ergibt sich der kleinste bedeutsame Unterschied von 0,5% bzw. 2 sek, um eine Medaille zu gewinnen. Bei mittleren Schlagfrequenzen von x-y und Leistung von x-y, ergibt sich somit das Anforderungsprofil einer Kraftausdauersportart mittlerer Belastungsdauer.

WorldRowing forciert mit dem Wegfall der Hoffnungsläufe ‎und Anpassungen des Zeitplans zunehmend kompakte Rennformate mit der Möglichkeit von Doppelstarts in den Großbooten. Hierdurch gewinnen Aspekte wie z.B. die Wiederholbarkeit, Resilienz und Regeneration zwischen den Rennen zunehmend an Bedeutung.

Um Fahrzeitentwicklungen und Entwicklungsraten über den langfristigen Leistungsaufbau abbilden zu können, stellen die Weltbestzeiten im Elite-Bereich die Relation für alle Altersklassen dar.

Physis‎ – ‎Hubraum, Drehmoment & PS

Die physische Leistungsfähigkeit dient der Bereitstellung einer möglichst hohen mittleren metabolischen Energiemenge und der weiterführenden Leistungsabgabe über die Renndauer.

Entsprechend des Anforderungsprofils einer Kraftausdauersportart mittlerer Belastungsdauer gilt es die aerobe Kapazität sowie Schwellenleistung zu maximieren, während die anaerobe Kapazität und Kraftfähigkeiten zu optimierende Zubringerleistungen darstellen. Im Rahmen des individuellen metabolischen Profils der Athlet:innen gilt es, diese über den langfristigen Leistungsaufbau systematisch optimal zu entwickeln.

Eine hohe Physis stellt jedoch nur eine hinreichende Leistungsvoraussetzung dar, da die Überführung dieser in die komplexe Leistungsfähigkeit unter Wettkampfbedingungen nur über eine effektive Rudertechnik sowie die mentalen Fähigkeiten und Fertigkeiten möglich ist.

Rudertechnik‎ – Mittlere Bootsgeschwindigkeit ‎effektiv ‎maximieren

Die Rudertechnik dient der möglichst effizienten, vortriebswirksamen Übertragung der physischen und mechanischen Leistung in eine möglichst hohe mittlere Bootsgeschwindigkeit über die 2000m Distanz im Kontext der wechselnden Wettkampfbedingungen.

Neben hydrodynamischen sowie biomechanischen Grundlagen und den davon abgeleiteten rudertechnischen Prinzipien, die sich im rudertechnischen Leitbild wiederfinden, gilt es im Laufe des langfristigen Leistungsaufbaus systematisch eine stabile und auf individueller sowie mannschaftlicher Ebene effektive Rudertechnik zu entwickeln. Hierfür bedarf es einer systematisch aufeinander abgestimmten Ausprägung notwendiger physischer und koordinativer Voraussetzungen.

Eine isolierte Ausprägung der Rudertechnik gegen hydrodynamische, biomechanische und mannschaftskompatibilitätsförderliche Grundlagen ist im Kontext der Mannschaftssportart Rudern nicht dienlich und behindert aktiv den langfristigen Erfolg.

Mental – Performance under Pressure

Die mentalen Fähigkeiten und Fertigkeiten stellen nicht nur entscheidende Leistungsvoraussetzungen für die Umsetzung des physischen und rudertechnischen Potentzials unter Druck unter wechselnden Wettkampfbedingungen dar, sondern bilden auch eine Grundvoraussetzung für Commitment und Resilienz im langfristigen Leistungsaufbau. Weiterführend stellen die Förderung von Persönlichkeitsentwicklung und Wohlbefinden wichtige Schwerpunkte dar.

Training – It's not about epic Workouts, it's about consistency of the basics

Systematisch aufeinander abgestimmtes und kontinuierlich realisiertes Training stellt neben dem notwendigen Talent unserer Athlet:innen ein wesentliches Werkzeug zur Ausprägung der notwendigen physischen und rudertechnischen Leistungsfähigkeit im langfristigen Leistungsaufbau dar. Hierbei gilt es, Trainingsvolumen-, Mittel- & Intensitätsverteilung und Periodisierung im Kontext von Trainingsqualität, Progression und Beanspruchung & Erholung konsistent in der Trainingspraxis umzusetzen.

Für den Nachwuchsbereich ist nicht der schnelle scheinbare Erfolg im Sinne von nationalen und internationalen Medaillen im U19-Bereich entscheidend, sondern die vielfältige Grundausbildung als Leistungsvoraussetzungstraining. Ohne diese Leistungsvoraussetzungen ist eine Weiterentwicklung hin zu Spitzenleistungen im Anschlussbereich und in der Elite nicht möglich.

Umfeld & Lebensweise – Rahmenbedingungen für den Langfristigen Leistungsaufbau

Die Umfeld- und Standortfaktoren sollen Athlet:innen mit dem notwendigen Talent optimale Voraussetzungen für die Potentialentwicklung im langfristigen Leistungsaufbau bieten. Hierzu zählen auch die umfangreichen wissenschaftlichen Unterstützungsleistungen, sowie die Bereiche Duale Karriere und finanzielle, sowie materielle Unterstützung.

Ergänzt werden diese Rahmenbedingungen durch eine leistungssportgerechte Lebensweise der Athlet:innen, welche primär durch eine optimale Regeneration zur Aufrechterhaltung von Leistungsfähigkeit, Belastungsverträglichkeit und Anpassung im Zusammenhang der hohen Trainingsvolumina gekennzeichnet ist.

 

Autoren: Dr. Kay Winkert, Dr. Katharina Dunst & Heiner Schwartz

Downloads zu diesem Thema

    Impressum - Datenschutz